Spielerische Sensibilisierung und Erfahrungen von Beeinträchtigungen: Das Serious Game „Lolas erstes Semester“

Spielerische Sensibilisierung und Erfahrungen von Beeinträchtigungen: Das Serious Game „Lolas erstes Semester“

Our challenge, your solutions

Spielerische Sensibilisierung für digitale Inklusionsprozesse

Eine Hochschule lebt von Ihren Austauschmöglichkeiten! In Coronazeiten ist der Präsenzaustausch nicht möglich, was negative Auswirkungen auf Motivation, Teilhabe & Gemeinschaft hat. Durch digitale Raumkonzepte können Inklusionsprozesse wieder verstärkt & damit psychische Entlastung erzielt werden.

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Team: Team Lola

Team members

Saba Mateen, Linda Rustemeier, Aya Dasan, Christine Kühn

Members roles and background

Lehrende und Studierende der

Saba Mateen, Linda Rustemeier - Goethe-Universität Frankfurt

Aya Dasan - Georg-August-Universität Göttingen

Christine Kühn - Hochschule für Kommunikation und Gestaltung Ulm

Contact details

rustemeier@sd.uni-frankfurt.de

Solution description

Wir haben in einer ersten Entwicklungsphase einen Prototyp des Serious Game "Lolas erstes Semester" geschaffen, der für Sehbeeinträchtigungen sensibilisiert. In einer zweiten Entwicklungsphase, haben wir beim Hackathon überlegt, wie man das urmenschliche Thema psychische Belastungen, wie Einsamkeit, Antriebslosigkeit und mangelnde Teilhabe sowie mangelnde Gemeinschaft nähern und potentiell vorbeugen kann. Für die bessere Zugänglichkeit, Auffindbarkeit und Angebotsübersicht haben wir über die Schnittmenge eines Hochschul-Ortes diskutiert, der eine digitale Gemeinschaft erzeugen kann. Die Rotunde. In der Rotunde treffen sich alle Hochschulangehörigen. Von da aus geht jede*r des gewünschten Weges (z.B. Sport, Bibliothek, Café, Lerngruppen etc.). Aber in der Rotunde sind alle zusammen. Alles kann, nichts muss. Jede*r kann für sich entscheiden, ob man in Erscheinung tritt oder auch nicht. Dieser Ort ist vergleichbar mit dem Eingangsbereich oder einer zentralen Plaza im realen Raum. Also ein Ort, an dem man nicht auffällt, wenn man einfach nur sitze und liest oder sich suchend umschaut oder einfach nur auf der Durchreise ist. Eine reine passive audiovisuelle Teilnahme ist ebenfalls möglich, sowie eine aktive partizipative Teilnahme. Neben moderierten Räumen, ist auch eine private von studentischen Freiräumen möglich. Der Finanzierungsbedarf und die Umsetzbarkeit beläuft sich über Planungszeit 1 Semester ein 1/3 Entwickler*in (Infrastruktur), 1 Hiwi (Mithilfe und erste Mitmoderation), 1/3 Stelle WiMi-Stelle (Gestaltung/Drehbuch/Avatare) plus Sachkosten wie für die Konzeptualisierung = ca. 48.000 Euro.

Solution context

Momentan gibt es kein übersichtliches Austauschangebot, an dem sich Menschen aus der Hochschule treffen können. Zwar gibt es Homepages oder Blogs, jedoch verliert man entweder den Überblick, hat einen großen gegebenenfalls überfordernden Aufwand, Angebote zu finden oder sie tauchen gar nicht online auf. Menschen haben ebenfalls teilweise Zugangsbarrieren, Hemmungen, Beeinträchtigungen oder chronische Krankheiten, Ängste, Unwissen, fehlendes Vertrauen oder Know-how, oder keine Hardware. Es gibt diverse Gründe, die Menschen davon abhalten, ohne Scheu oder ohne bestimmten Grund einen Raum zu betreten. Leider verspüren teilweise auch Lehrende aus diversen Gründen das Bedürfnis nach Sichtbarkeit der Studierenden, wobei diese teilweise genau das Gegenteile Bedürfnisse haben. Das kann eine abschreckende Wirkung auf die Studierenden haben und zu einer Nicht-Teilnahme führen.

Solution target group

Das Anliegen ist als Inklusionsprozess zu verstehen und schließt alle Hochschulangehörigen mit ein! Durch zusätzliche Entscheidungen wie das optionale Einschalten der Kamera und des Mikrofons soll der Teilnahmeaufwand minimiert werden. So soll dem Problem entgegengewirkt werden, dass psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen oft mit einer Antriebslosigkeit einhergehen. Doch auch andere Gefühle, wie etwas zu verpassen, nicht Mitglied im „Club“ von etwas zu sein oder andere Ausschlussgefühle sind vielen Menschen bekannt. Manche haben wenig Zeit und würde sich gerne flexibel einbringen, andere haben Hemmungen oder Verpflichtungen, pflegen jemanden oder können nur mal „reinschauen“, statt regelmäßig an etwas teilzunehmen, wäre aber trotzdem gern in einer Community. Aber das kann auch einfach ein Raum ohne Verpflichtung sein - ohne Ansprüche ohne Verpflichtung - klar wollen wir nicht allein sein, aber auch nicht immer gleich zu einer Gruppe gehören will auch nicht jede*r. Hervorzuheben ist, dass es ein Angebot für alle ist. Und das einzigartige: Die Rotunde ist ein Raum, den auch wirklich alle besuchen (müssen) durch den man ‚durch muss‘ - denn so kann sich soziales Miteinander auch ohne Zwang entwickeln - bzw. einfach ergeben. Auch sollen nonverbale Räume Einsatz finden, sodass verbale Kommunikation freiwillig ist, stattdessen soll eine Geräuschkulisse hier das Gefühl der Nähe und Menschlichkeit vermitteln, ähnlich wie der Besuch eines Cafés oder der Bibliothek. Zusätzlich soll ein Leitfaden bereitgestellt werden, der den Raumbesucher*innen aufzeigt, wie man einen möglichst barrierearmen Umgang erzielt.

Solution impact

Die Rotunde ermöglicht eine Zugänglichkeit, Teilhabe, Partizipation, Vertrauen und insgesamt ein sicheren inklusiven Raum für Hochschulangehörige, die wiederum ein eigenes Angebot kreieren können. Je nach dem was sie brauchen, fungiert es wie ein Online-Schwarzes Brett für Gruppen oder Personen. Durch die Implantierung eines prominent angebrachten Rotunde-Buttons auf der jeweiligen Hochschul-Startseite soll der Zugang für alle ermöglicht werden. Messbar wird die Wirkung bzw. der Effekt durch Nutzungszahlen und -zeiten, diese können hochgetrieben werden indem man die Rotunde in Erstsemester*innen Veranstaltungen und anderen Hochschul-Events bzw. Einrichtungen wie das Studierenden Service Center etc. darauf hinweist. Teil der Idee ist, dass die User*innen ihre Bedarfe durch neue digitale Räume erfüllen. Durch die Sensibilisierung und einen Leitfaden zur inklusiven Nutzungsverhalten, der in Lolas erstes Semester, dargestellt wird, ergeben sich eine respektvolle und offene Umgebung. Diese kann natürlich abhängig vom Anlass (Lehrveranstaltung) auch moderiert werden.

Solution tweet text

Du fragst dich wie die Hochschulräume der Zukunft aussehen? Die Rotunde - eine respektvolle, demokratische, kreative, inklusive und (wenn du willst) interaktive Uniwelt. Welchen Raum würdest du erstellen?

Solution innovativeness

Wer wollte nicht schon einmal die Uni so gestalten, wie man es sich persönlich wünscht und braucht? Es gibt bisher nichts, was Hochschulangehörigen derartige Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Das sollte sich durch die Online-Rotunde endlich ändern.

Solution transferability

Jede Hochschule hat ihre Treffpunkte, sei es die Rotunde (wie an der Goethe-Uni-Frankfurt) oder ein anderer Ort des sich Treffens und Wahrnehmens. Alles kann dort passieren, aber nichts muss. Doch wollen sich alle Personen wohl fühlen. Die Rotunde eint diese Bedarfe und zwar Übersichtlich und gefiltert.

Solution sustainability

Der elementare menschliche Wunsch nach Kommunikation, Austausch, Vernetzung und Transfer wird nie aus der Mode kommen. Die Idee der Rotunde ist in Zeiten der sozialen Distanzierung entstanden, kann aber auch nach der Corona-Zeit noch Einsatz finden. Die Rotunde wird auch weiterhin einen gefilterten Überblick über verschiedene Angebote bieten und vor allem neue Hochschulangehörige können mithilfe der niedrigschwelligen Kommunikationsmöglichkeit online Kontakte knüpfen oder einfach nur unter Online-Bedingungen mit Menschen zusammen sein.

Solution team work

Der Hackathon lief langsam an und Menschen kamen vorbei und gingen wieder, aber der feste Kern bildeten einen Vierer-Team. Wir kamen schnell auf das Thema Austausch/Teilhabe/ Gemeinschaft und dass das momentan notgedrungen in digitalen Räumen stattfindet. Deswegen führten wir eine nicht-repräsentative Blitzbefragung über die 2 Tage per Evasys über digitale Räume, Bedarf und Nutzung durch. Dabei kam heraus, dass hauptsächlich auf Platz 1 Lern- und Diskussionsräume (Austausch über special interests) genutzt werden. Danach folgten auf Platz 2 Spiel-, Kreativ-, Kaffee-, Sport- und Bewegungsräume. Auf Platz 3 waren Ruheräume und Lesegruppen.

Durch die verschiedenen Perspektiven der Teilnehmerinnen (Lehrende, Studierende, Barrierefreiheit-Expertinnen) konnte im gemeinsamen Diskurs ein Konzept für einen digitalen inklusiven Gemeinschaftsort geschaffen werden. Auch weiterhin besteht bei allen Parteien das sehr große Interesse das global relevante Konzept auch in Zukunft in die Tat umzusetzen.

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DigiEduHack is an EIT initiative under the European Commission's Digital Education Action Plan, led by EIT Climate-KIC and coordinated by Aalto University. This year the main stage event is hosted by the German Presidency of the Council of the European Union

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